24.02.2012

Der Rauch hat Ohren

Für eine halbe Stunde beobachtete ich den Rauch zweier Opiumräucherstäbchen. Aus der Glut stieg jeweils ein dünner Faden, der sich auffächerte zu einer spitzwinkligen Fläche. Ruhig und konstant stieg der Rauch in die Höhe und wurde breiter und breiter, um sich dann etwa einen Drittelmeter im Raum aufzulösen.
Unter der Einwirkung von Musik jedoch begann er sich zu verändern. Er tanzte in ruhig fließender Bewegung zum Takt, bildete mannigfaltige Formen aus. Klangen die Töne tief, so begann sein Tanz weit unten, verschob sich die Tonhöhe nach oben, so stieg der Rauch mit an und konnte in seinem Tanz bis zu einem halben Meter ansteigen.
Dieser Tanz glich den natürlichen Schwingungen eines Körpers in Trance oder floß wie Wasser entlang einer Bahn. Ruhige Rhytmen erzeugten Wellen in der Horizontalen, die sich langsam nach oben schwangen und dabei immer breiter wurden. Klang die Musik hypnotischer, ging die Bewegung in die Vertikale, korkenzieherförmig strömte der Rauch dann in die Höhe, als die Athmospähre ihren Höhepunkt erreichte, im ruhigen Rhythmus mit hohen Tönen und einer harmonischen Mollmelodie, bildete sich gar eine majästetische Doppelhelix.
Lautstärke erzeugte immer wieder ganz neue, eigenartige Formen. Kein Tanz glich dem anderen. Floß die Musik in Richtungen, so wankten die Schwaden von rechts nach links. Zweifelsfrei die pure Schönheit war jedoch die Verflechtung der beiden Schwaden zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die synchrone Bewegung in der Vertikalen wurde harmonisiert von einer gegenläufigen horizontalen Drehung die ich mir nicht erklären kann. Die steilen, wenn auch unglaublich runden, Wellen verschraubten sich ineinander zu einem unbeschreiblichen Flechtband, was sich wunderbar in die Entwicklung der Musik einfügte.
Als wüssten sie, wie sich die Klänge entwickeln würden, brannten die Räuchestäbchen genau dann aus, als ein Musikstück ausklang. Die Schwaden zitterten im Vibrato des Schlusstons und verflüchtigten sich in die Stille.

10.02.2012

Leben ist Lieben - Bewusstes Sein durch Liebe

Leben ist nicht bloß simple Existenz. Wer bloß existiert ist und isst, der unterdrückt die Geistentfaltung. Die Existenz bleibt also simpel alswie der Mensch es unterlässt, bewusst zu existieren, zu leben, sich zwischen den Dualitäten zu positionieren und sich zwischen ihren Polen zu bewegen.
Ahriman ist die Qualität der simplen Existenz. Er hält uns im Irdischen, im Äußeren. Luzifer ist sein geistiges Gegenstück, die totale Vergeistigung des SEins in weltlicher Askese. Durch sein inneres Licht verschanzt man sich vor der Dunkelheit Ahrimans, verliert so aber den Bezug nach außen.
वाम मार्ग (Vama Marga) ist ein Weg der luziferisch-ahrimanischen Synthese. Durch den bewussten Genuss des weltlichen Lebens, des Stofflichen, transformiert Luzifer zu Uriel, dem äußeren Licht. Zwischen diesen beiden Lichtqualitäten kann sich der Mensch neu positionieren und im Licht seine Umwelt erkennen, bewusst sein und - was dei wichtigste neue Qualität ist - Lieben, denn Liebe ist Erkenntnis. In der Liebe offenbaren sich Menschen einander in ihrer vollkommenen Nachktheit, sowohl körperlich als auch seelisch. So kommt es auch, dass Sex erst dann wirklich befriedigend ist, wenn die Partner sich lieben - denn wie der Körper will auch die Seele stimuliert und befriedigt werden. Die tantrische Lehre - als eine der Haupbestandteile von वाम मार्ग - gibt davon Auskunft.
Für diejenigen, die nur existieren ist es ein Teufelskreis. Die rein körperliche Liebe, also Sex, als die ahrimanische Verlockung bietet keine seelische Befriedigung, nach der allerdings ein natürlich-menschliches Bedürfnis besteht. Der Existierende spürt dieses Bedürfnis, weiß es aber nicht zu definieren und verwechselt es mit der Libido, was dazu führt, dass er sich allerlei Abenteuern hingibt: Verkehr mit so vielen Personen als möglich, exotische, animalsche oder schlichtweg abstoßend bizarre Sexualpraktiken oder exessiver Masturbation.
Dadurch wird das Bedürfnis nach seelischer Befriedigung aber auch nicht gestillt, ganz im Gegenteil. Es wächst ins Unermessliche, ins Unaushaltbare.
Nichtsdestotrotz ist auch der Liebende nicht auf Monogamie angewiesen. Die mannigfaltigen Qualitäten der Liebe - das ist jede Form von konstruktiv-positiver geistig-seelischer Verbundenheit - ermöglichen körperliche und seelische Befriedigung mit beliebigen Partnern, nur muss eine Verbindung bestehen.
Das gesellschaftliche Liebespaar ist dadurch aber keinesweg beschnitten, denn diese radikale Verschmelzung aller Lebensbereich wird nur da geboten. Allerdings können externe sexuelle Erfahrungen dieses Miteinander enorm bereichern.
Hier gilt es, bewusst zu sein, die Bedürfnisse des Partners zu spüren und zu erfüllen.
Wassermann, das Neue Äon, als das Zeitalter des Individuums ist nicht nur bloße Qualität sondern auch Herausforderung. Die Herausforderun, dann, wenn alle Welt das Ich zelebriert das Wir zu erhalten. Denn Ich ist weltlich extrovertiert, ahrimanisch nach Außen gerichtet. Du ist das luziferisch-asketische Prinzip. Im Wir lebt die Synthese, Uriel, Christ, die Göttlichkeit. Wir ist das alles umfassende und alles begründende Prinzip der kosmischen All-Einheit. Ein bewusstes Wir ist Produkt und Grundlage der Liebe, die Überwindung der simplen Existenz hin zum Leben.

13.01.2012

Eine kleine Entwicklungstheorie

Mit 21 Jahren tritt der Mensch ins Erwachsenenleben ein. Es ist kein Zufall, dass 21 ein Vielfache von 7 ist, denn die Menschenentwicklung erfolgt in Siebenerstufen, wie schon Rudolf Steiner erkannte und in seiner Pädagogik als Kernbestandteil einbaute.
Auch wenn heutzutage der individuelle Lebensweg nicht mehr ganz so determiniert verläuft (zumindest auf persönlicher Ebene, die Kosmik sei diesmal außen vor gelassen), orientiert er sich dennoch, vor allemn wenn man das gesellschaftliche Leben betrachtet, nach wie vor an den Jahrsiebten: Nach 7 Jahren elterlicher Obhut erweiter das Kind seinen Horizont durch den Eintritt in in die Schule, mit 14 kommt es in die Pubertät und erlernt Stück für Stück die Selbstständigkeit, welche dann mit 21 (im Normalfall) erreicht ist und es ermöglicht, eine individuell gewählte Ausbildung zu durchlaufen, welche mit 28 vollendet ist und den Menschen in der Gesellschaft positioniert. Um diese Position zu verankern gründet er Familie und baut ein Haus, mit 35 ist die Verankerung abgeschlossen und dient in weiteren Jahrsiebten zur Ausweitung, Erweiterung der Position in mannigfaltiger Gestalt, ob mehr Nachfahren, beruflicher Beförderung, Erschließung neuer Interessensgebiet und Fähigkeiten etc.
*
Nun ist dieses SChema ein allgemeingültiges, so gut wie jede Biographie kann als Beweis dienen.
Die Qualität des Erreichten ist aber abhängig von sozio-psychologischen Bedingungen, die im weiteren nun erläutert werden sollen.
Als Grundliege dienen hier folgendene These meinerseits:
Charakterstärke ist ein universelles Potential, dass in jedem Menschen vorhanden ist, inwiefern es sich jedoch entfalten, kommt auf den Ursprungszustand des Potentials an und wie stark sein Ausbruch unterstützt und gefördert wird.
Ziel der Erziehung sei es, das Kind bzw. den Menschen in die Welt zu ziehen und es aus Abhängigkeit heraus zu ziehen.
Hierzu ist es von enormster Wichtigkeit, dass die Weltneugierde des Kinde von Beginn an gefördert wird. Die natürliche Neugierde des Kindes muss durch kindgerechte (bzw. altersgerechte) und verständliche Antworten auf alle fRagen unterstützt werden. Den größten Anteil daran nehmen die Eltern ein. Doch je mannigfaltiger auf die Vielfalt der Welt aufmerksam gemacht wird, desto besser ist es für das Kind, da so das Potential zur Bildung der Charakterstärke erhöht wird, was umso wichtiger wird, wenn das Potential tief verborgen zu sein scheint (bzw. ist), die natürliche Kindheitsneugier also ungewöhnlich gering ist.
Hier dient das Konzept der Patenschaft. Im Mittelalter war der Pate der eigentliche Erzieher, heute ist es Aufgabe des Paten (bzw. der Paten), dem Kind Perspektiven zu öffnen, ihm Aspekte der Welt zu offenbaren, die den Eltern verschlossen sind, ob nun ob unvermögens oder Desinteresse.
Es sind aber insbesondere die dem Kind nahestehenden Erzieher, die eine große Verantwortung tragen. Denn erst wenn das Kind begreift, dass es in der Welt immer etwas zu entdecken gibt, wird es seine Weltneugierde in der Autonomie (um nicht zu sagen: in der Mündigkeit) beibehalten. Moderne Erzieher, vor allem in Kindergärten und dergleichen, müssen sich dieser Verantwortung bewusst sein und sie von Herzen ausleben.
Sachliche Basis der Weltneugierde ist Wissen über die Heimat. Sowohl physischer Natur (also der direkten Umwelt) als auch psychischer Natur (also Wissen über Kultur und Geschichten, deren Zusammenhänge und Wurzeln), denn dieses Wissen dient dazu die Heimat mit dem Fremden zu vergleichen, denn durch diesen Vergleich bzw. das Wissen über die Ähnlichkeiten und Unterschiede wächst bzw. entsteht erst die Weltneugier, da man sich mehr Vergleichsmaterial ersehnt.
Dem Kind sind hierzu mystische und allgemeingültige Inhalte zuträglich, also Märchen, Sagen und Legenden, sowie altersgerechte Literatur (denn nicht jedes Kinderbuch ist tatsächlich für Kinder geeignet). Im späteren Kindesalter und in der Jugend werden relisiöse, historische und beliebige fiktionale Schrifterzeugnisse sowie andere Medien wie Filme relevant, die eigene und fremde Kulturen kennenzulernen.
Wie also der Themenfokus im fortgeschrittenen Alter verschoben wird, so kommt es auch zu einer Verschiebung im sozialen Umfeld, denn durch die Schule kommt ein neues Element hinzu. Bis zu Pubertät sind die Eltern zwar noch recht aktiv, durch neue Indentifikationsfiguren (konkret: Lehrer) aber nicht mehr so einflussreich. Durch Aktivität des Kinde in sozialen Verbänden wie Klasse, Vereine oder den anderen, die auf der Straße, im nahen Wald o. ä. ebenfalls spielen.
Durch die starke Vermehrung des gesellschaftlichen Umfelded wird die Weltneugierde erstmal stimuliert. Hier zeigt sich dann besonders das Potential der Charakterstärke. Wer hier aufgibt und über die Pubertät hinaus nicht einsieht, dass es mehr als Computerspiele und den Fußballverein gibt, wird es vermutlich bzw. nur mit größter Anstrengung zur Individuation schaffen, sondern im System stagnieren, seinen Charakter verschlaffen lassen.
Weltneugierde führt zu Reflexion.
Reflexion führt zu Individuation.
Individuation führt zu Weltneugierde.
Unsere (deutsche bzw. westliche) Gesellschaft stellt die Individuation als wichtigen Prozess dar und autonom-individuelles DAsein als einen erstrebenswerten Zustand. Doch ist diese Version der Individualität, der so viele anhängen, eine Gaukelei. Sie vertusch die durch den Zerfall der Familie enstandene Isolation und setzt die berechnete Funktionalität eines Menschen innerhalb eines Systems mit Individualität gleich, obwohl es sich, aus gebührender Ferne betrachtet, um das Gegenteil handelt: Uniformität.
Dass so viele Menschen diesen Schleier nicht lüften, hat mit ihrem Unvermögen, dies zu tun, welches auf mangelnder Charakterstärke basiert, zu tun.
Hier wird deutlich, was Nietzsche den Willen zur Macht nannte: Sich selbst zu lenken und nicht das System einen lenken lassen. Der Wille zur Macht ist die Charakterstärke. Wer sein Potential voll ausschöpft ist Übermensch, wer es verkommen lässt ist Untermensch.
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Nun ist Charakterstärke aber nicht nur die Befähigung, im Makrokosmos der Gesellschaft be-mächtigt zu sein, sondern auch im Mikrokosmus Dialog.
Charakterstärke ist Diskussionsfähigkeit.
Zuhören und zugehören sind nach verwandte Worte. Eine Grundvorraussetzung für eine funktionierende Diskussion ist, dass man sich einander zuhört. Dies ist jedoch mehr als die rein akustische Wahrnehmung. Es ist das dazugehören zu den Gedanken des anderen. Durch aufnehmen und durchleben werden sie erst richtig erhört. Aus der daraus resultierenden Reflexion kann erst eine rationale und angemessene Antwort formuliert werden.
Je besser man sich nach außen auf den anderen einlässt, desto tiefer blickt man dann auch ins Selbst.
Dies ist ein wechselseitiger Prozess, welcher, wenn von beiden Partnern richtig ausgeführt, das jeweilige Charakterpotential des Gegenübert stärkt und somit auch die Diskussionsfähigkeit, was wiederum auch auf die Individuation wirkt.
Erfahrung im Mikrokosmos wirkt sich also langfristig im Makrokosmos aus, und auch hier wieder umgekehrt.
Ist der Wille zur Macht eingeschläfert ist auch die Diskussionsfähig davon betroffen.
Das Ergebnis ist, dass Menschen aneinander vorbei reden. Antworten fallen dann irrational, meist emotional aus. Auch findet keine Einsicht statt, da kann man seinem Gegenüber noch so oft etwas noch so gut erklären - verstanden wird es nicht, zumindest wenn wirklich kein Funke Wille unter der Oberfläche mehr schimmert.
Eine häufig angetroffene Problematik liegt in der Terminologie. Menschen reden dann vor allem aneinander vorbei, wenn ihre Begriffe nicht gleich interpretiert sind. Objektive und neutrale Terme haben für weniger aufgeklärte eine Konnotation, was zu Missverständnissen führt. Und da man unterbewusst weiß, dass man unterlegen ist, bemüht man sich sein Unwissen mit Emotionalität - oft Diffamierung - zu kaschieren, anstatt den Mut zu haben, nachzufragen, um Erläuterung zu bitten; dies ist ebenfalls eine Frage des Willens zur Macht, der Charakterstärke, zu sich selbst zu stehen und, darauf aufbauend, sein Wissen zu mehren.
Früh gelernt zahlt sich aus, denn im Alter ist es erschwerlicher, sich Wisse und Fähigkeiten anzueignen.
Ein Umfangreicher Wortschatz kann hier hilfreich sein, - ist hilfreich. Denn je größer der Wortschatz, desto größer ist auch das allgemeine Wissen. Der SChluss liegt nahe, dass Synonymkenntnis für die Fähigkeit spricht, Sachverhalte differenziert und multiperspektivisch zu betrachten.
Alle Ausführungen lassen immer wieder den Schluss zu, legen ihn sogar nahe, dass in der frühkindlichen Erziehung der Lebensweg des werdenden Menschen massivst beeinflusst wird. Wir sollten uns bestens überlegen, was wir unseren Kindern zumuten. Unsere Gesellschaft hat an Idealismus nachgelassen. Doch Idealismus ist ein Aspekt der Charakterstärke. Der Wille zur Macht ist, sich ein neues Ideal zu suchen, wenn das alte erreicht ist.
Aus gebührender Distanz betrachtetwird alle sieben Jahre ein Ideal erreicht, unter immer anderen Umständen, in immer anderen Zusammenhängen, denn zu den Jahrsiebten gesellen sich die Neunerperioden die das Leben erst so spannend machen.

13.12.2011

Unbequeme Wahrheiten

Vor kurzer Zeit wurde mir Al Gores umstrittener Propagandafilm An Inconvenient Truth aufgezwungen. Zwar ist es recht einfach zu durchschauen, welche Botschaft "Mr. Al Gore" dem Zuschauer vermitteln will und wie er dies anstellt, aber je länger der Film dauerte desto häufiger schlug ich mit der flaschen Hand an die Stirn und echauffierte mich gedanklich und auch beizeiten verbal, wie ein Mensch ihm dies bitte abkaufen (sogar im Wortsinne, doch dazu später mehr) kann.
Im folgenden möchte ich ein paar der Aussagen Gores auseinanderpflücken, tiefer analysieren und bei diversen die goresche Heuchlerei bloßstellen.
Vorweg sei gesagt, dass ich keinesfalls an dem Vorgang der globalen Erwärmung zweifle, dieser ist tatsächlich mit Fakten belegt, aber die Art und Weise, auf die Al Gore sie interpretiert, begründet und kommentiert ist mitunter an den Haaren herbeigezogen, um nicht zu sagen: falsch.

Gore behauptet, es sei unsere Aufgabe (gen Ende insbesondere die Aufgabe der Jugend), "unsere Erde" zu erhalten. Dies impliziert nun bereits den Besitzanspruch des Menschen an der Erde. Ihm geht es nicht darum, den Planeten zu erhalten sondern den Menschen. Dies kann man ihm ja nicht übel nehmen, ist es schließlich der natürliche Trieb nach Überleben, aber dann sollte er sich eben differenzierter Ausdrücken. Die Folgen, die durch diverse Erwärmungsprozesse entstehen sind eine Bedrohung für den Menschen wie er jetzt lebt - überall auf der Welt. Ob nun ganze Mohrenstämme verdursten, astasiatische Reisbauern überflutet werden oder die im Inland liegenden Städte von Flüchtlingswellen aus den Küstenregionen leiden. Ein im Film genannter Fakt weist auf das eigentliche Problem hin, aber Gore lässt ihn unkommentiert und impliziert auch nicht den daraus begründbaren Misanthropismus: Die Bevölkerung unserer Erde wuchs in den letzten 60 Jahren tatsächlich immens an. Über kurz oder lang wird dies eventuell zu einer Revolution von Unten führen, denn die reichen Industrienationen haben eher das Problem zu geringer Geburtenraten, während in den Slums der Vorstädte afrikanischer und südamerikanischer Megastädte ein Kind nach dem anderen das Geschenk des Lebens hält. Überbevölkerung wird ja auch gerne als eines der großen Probleme unserer Zeit genannt, dennoch eilen etliche Ehrenamtliche aus dem Okzident nach Afrika um den Menschen zu helfen. Hier gilt es sorgsam abzuwägen, was denn nun die christlichere Lösung ist: bei den Geburten helfen und die Kinder einem Leben voller Hungersnot, Bürgerkrieg und Vergewaltigung zu überlassen und dabei die Weltbevölkerung weiter bestärken oder die Menschen dort sich selbst zu überlassen, ob sie nun verhungern oder nicht, eventuell sogar durch Massenabtreibungen eingreifen um eine weitere Expansion der Bevölkerung zu verhindern.
Oder wir alle machen weiter wie gehabt, die Erde wird dadurch nicht untergehen. Wohl aber die Menschheit, wie wir sie kennen. Doch was ist schon die vergleichsweise unwichtige, da kurze, Menschheitsgeschichte gegen die Urkraft der Erde, die sich schon immer erhielt, sich nur, und damit alles Leben auf ihr, stetig veränderte?

Al Gore beschreibt auch ausführlich (und populistisch) den Treibhauseffekt. Auch dieser ist nicht zu verleugnen, aber die Rolle die Gore ihm zuschreibt ist zu groß und er vertauscht Ursache und Wirkung, wenn er die durchschnittliche Erdtemperatur und den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre ins Verhältnis stellt. Denn er behauptet, die Erwärmung folge dem erhöhten Treibhausgasgehalt der Atmosphäre. Dies ist aber andersrum. Die Erwärmung der Erde folgt in erster Linie einer erhöhten Sonnenfleckenaktivität, über einen gewissen Zeitraum erwähnen sich dann die Ozeane (als Hauptverantwortliche der CO2-Produktion unseres Globus) und stoßen mehr CO2 aus, da allerlei Tiere darin durch die Wärme einen erhöhten Stoffwechsel haben, was also zu einem zu der Temperatur um einige Jahre zeitversetzen Anstieg des CO2-Gehaltes der Atmosphäre führt. Der Treibhauseffekt unterstütz dann Erwärmungsprozess, lässt aber auch nach, wenn die Sonnenfleckenaktivität sich reduziert. Das die Sonnenfleckenaktivität Ursache der Erwärmung ist, bestätigt uns nicht nur unser Blauer Planet, sondern auch manche Monde diverser anderer Planeten unseres Sonnensystems, deren Polkappen (wenn sie denn welche habe) schmelzen.
Gore empfiehlt zwar nicht direkt, impliziert aber, die Lösung sei, den von uns Menschen verursachten CO2-Ausstoß zu senken. 2,6%, das ist der Prozentsatz an durch den Menschen und seine Aktivitäten hervorgebrachten Kohlendioxids der Atmosphäre. Gore gibt einige Vorschläge, wie dieser auf 0,9% gesenkt werden kann, um so die globale Erwärmung aufzuhalten, gar zu revidieren. Man muss diesem Gedankengang mal genauer folgen:

-> CO2 in der Atmosphäre hält das Sonnenlicht auf der Erde und verursacht die globale Erwärmung.
-> Der Mensch deckt dabei 2,6% des CO2 ab.
-> Wenn wir nur für 0,9% verantwortlich wären, geht die Erwärmung zurück.

Lieber Herr Gore, haben sie schon einmal von dem Phänomen Photosynthese gehört? Es heißt, dieser Vorgang ermögliche erst das Leben auf Erden. Pflanzen können unter Lichternergie Kohlendioxid in Kohlenstoff umwandeln, den sie dann als Baustein für ihren eigenen Körper benutzen (sprich: zum wachsen), dabei entsteht als "Abfallprodukt" Sauerstoff (O2), den Lebewesen wie Tiere und auch wir, wir Menschen, zum atmen benutzen.
Und Sie behaupten jetzt tatsächlich, wenn wir weniger CO2 ausstoßen, nimmt der Gehalt in der Atmosphäre rapide ab und die bereits in ihren Anfängen stehenden Erwärmungsfolgen bleiben aus? Und was geschieht mit dem ganzen Gas, das bereits in der Atmosphäre bereits en masse vorhanden ist, verschwindet das einfach? Nein, es bleibt. Und es bleibt auch zuviel. Und es wird sogar mehr, nur eben nicht so schnell wie bisher. Bei allem nötigen Respekt, Herr Gore, entweder sind Sie einfach nur dumm oder Politik... oh! Sind Sie ja. Und deswegen schaffen sie es, etliche selbstbetitelte "Umweltschützer" zu motivieren, mehr Fahrrad statt Auto zu fahren. Toll!
Nun, hören wir auf mit dieser Polemik und weisen mal darauf hin, was "unserer Erde" tatsächlich helfen würde, die Erwärmungsprozesse zu reduzieren: Aufforstung. Verstehen Sie (und entschuldigen hoffentlich, dass ich schon wieder polemisch werde) diese simple und effiziente Logik, Herr Gore?

-> Der Treibhauseffekt unterstützt die Erwärmunsprozesse.
-> Bäume (Pflanzen generell) bauen CO2 aus der Atmosphäre ab und machen (für uns atembaren, ganz toll!) Sauerstoff daraus.
-> Bäume en masse, um nicht zu sagen: gigantische Waldareale, würden das CO2 rapide aus der Atmospähre ziehen und wir Menschen könnten weiter leben und produzieren wie bisher.

Nun, ich stelle mir die Frage:
WARUM ist Al Gore nicht in der Lage, diesen simplen Sachverhalt nachzuvollziehen, bzw. eigentlich tut er das wahrscheinlich.
Also eine andere Frage:
WARUM propagiert Al Gore eine ineffiziente Scheinlösung und WER PROFITIERT von seinen Vorschlägen?
Zu allererst ist da natürlich Al Gore selbst, der für seine Vorträge massiv Knete scheffelt (und dabei mit Flugzeug und Auto um die Welt reist, also ordentlich CO2 in die Atmosphäre schleudert - nun, da heiligt der Zweck bestimmt die Mittel, oder?).
Dann sind da natürlich Staaten und Staatengemeinschaften, die aus der inzwischen bestehenden CO2-Steuer Profit schlagen. Auch das ein interessantes Phänomen, das vom letzten großen Coup der Weltwirtschaft zeugt. Nachdem wir bereits für Essen und Trinken zahlen, zahlen wir nun finalement auch für's atmen. Nicht direkt, dass ließe sich nicht durchsetzen, aber indirekt, in dem Firmen dafür zahlen, dass sie CO2 produzieren. Dadurch werden die Produkte teurer und im Endeffekt zahlt jeder Bürger.
Die Wirtschaft profitiert dafür auf anderer Ebene, denn in der goreschen Lösung ist es nicht notwendig, Wälder zu erneuern. Stattdessen können wir weiter holzen, roden, brennen wie es uns beliebt, Papier bis zum geht-nicht-mehr verschwenden und auf Urwaldboden ein Jahr lang Soja anbauen bevor der Boden unfruchtbar wird. Ganz anders wäre es, wenn weitflächig wieder aufgeforstet werden würde, dann müsste diverse Firmen einpacken, je nach Lebensweise bedeutet dies aber auch einen unterschiedlich ausgeprägten Luxusverlust.

Wenden wir uns nun abschließend drei interessanten Punkten zu, die ich während des Konsums des Films feststellte. Sie alle haben einen gewissen Humor der in den Sarkasmus abdriftet inne, weisen daraufhin, dass Gore ein Heuchler ist oder sind einfach nur spitzfindig.

Der Film zeigt am historischen Beispiel der Verbindung von Tabakrauchen und Lungenkrebs, dass es dauert, bis die breite Masse an wissenschaftliche Erkentnisse glaubt und rechtfertigt so Gores Meinung zur globalen Erwärmung. Darum geht es hier aber nicht.
Diese Passage zeigt einen Schicksalsschlag in Al Gores Leben: Den Tod seiner Schwester an Lungenkrebs, die rauchte seit sie ein Teenager war (ja, hier soll auf billigste weise das Mitleid des Zuschauers erregt werden). Gores Vater, ein Tabakbauer, begann daraufhin die Tabakplantagen (CO2-Verarbeiter) abzuschlagen und sattelte um auf Rinderzucht (Methanproduzenten). Was ist denn nun schlimmer? Die paar Raucher, die an Lungenkrebs sterben oder die von Gore heraufbeschworenen katastrophalen Folgen der globalen Erwärmung?

Während Al Gore dem Publikum erklärt, wie sich der Anteil von durch den Menschen produzierten CO2 von 2,6% auf 0,9% reduzieren lässt, ist er unglaublich begeistert und sagt abschließen, wir könnten, wen wir wollen, sogar noch mehr einsparen und auf 0% kommen.
Von mir aus kann Al Gore als erster damit anfangen und allen anderen Idioten ein Beispiel geben. Immanuel Kant hätte hier wohl kategorisch gehandelt und rigoros aufgehört zu atmen.

Irgendwann in der ersten Hälfte des Filmes zieht Al Gore einen Vergleich, der den Film in Deutschland indizierungswürdig macht:
Es gäbe nur eine Katastrophe in der Weltgeschichte, behauptet er, die mit der globalen Erwärmung verglichen werden können, dann folgt ein Zitat von Sir Winston Churchill. Gore traut sich scheinbar nicht, die globare Erwärmung direkt mit dem Holocaust zu vergleichen, aber er implizert es. Denn das Churchill-Zitat bezieht sich explizit auf das III. Reich und somit den Holocaust. Da die bundesdeutsche Verfassung es aber unter Strafe stellt, den Holocaust zu negieren oder auch nur zu verharmlosen, müsste An Inconvenient Truth auf dem Index landen, dann spätestens seit dem Historikerstreit hat der Holocaust ein Alleinstellungsmerkmal, die größte Katastrophe der ganzen Menschheitsgeschichte zu sein. Jeder Vergleich damit ist also eine Verharmlosung. In Amerika hat Al Gore die Freiheit, diesen Vergleich zu ziehen (auch hier wieder nur um Emotionen zu erzeugen, denn wissenschaftlich ist er zu 0,9%, könnte das aber auf 2,6% aufwerten), in Deutschland müsste entsprechende Passage aber zensiert sein oder eben der ganze Film indiziert werden. Außerdem sollte der Verfassungsschutz Al Gore im Auge behalten, aber der hat ja derzeit genug eigene Probleme.

Zum Tagesgeschehen:
Kanada ist aus dem Kyoto-Abkommen ausgetreten, mit der Begründung USA und Australien sind ja auch nicht drin und China macht nichts für den Umweltschutz. Sofort hacken alle auf Kanada herum - ich lobe mir diesen Ausstieg mit dieser Begründung, den er führt unserer meckernden Gutmenschengesellschaft vor Auge, wie sich die größten Industrienationen um die Erde kümmern. Nun, Kanada hat auch einen Vorteil, da die dortigen Firmen nun doch keine CO2-Steuer zahlen müssen, aber da murrt der Grüne ja auch schon. Nun, ich denke ich habe im Verlauf gut genug erläutert, was ich von solchen Steuern halte. Hoffentlich kommt Kanada auf die Idee, ein paar Wälder aufzubessern (aber eigentlich haben die am wenigsten Probleme mit ihren Wäldern).

Es gilt: Aufforstung ist Umweltschutz im konservativen Wams.

12.12.2011

Für eine Dame

Tief in deinem Herzen, weiß ich,
Liebst du mich.
Tief in deiner Seele, spür ich,
Stiehlst du mich.

Und mein Herz hast du entrissen,
Schmatzend laut es aufgefressen.
Tief in meinem Herzen, weiß ich,
Lieb' ich dich.

Doch mein Herz ist mir entrissen,
Dein ist's nun. In langen Küssen
Hast du's aus mei'm Mund gesogen.
Nun ist's bei dir aufgehoben,
Unter deiner warmen Brust,
Die da woget unter Lust.
Und mein Herz fehlt mir zum lieben,
Es ist dein, kann dir nur dienen.